MiniLiVE: miniaturisierte Licht- und Video-Einheit für die drahtlose Videoübertragung

Medizinische Video-Endoskope nutzen den Kamerasensor in der distalen Endoskop-Spitze, um ein Bild auf einem externen Monitor zu liefern. Damit sind sie gegenüber klassischen digitalen Endoskopen, bei denen die Kamera mit ihrem Sensor am Handgriff angebracht ist, bereits innovativ. Diese klassischen Endoskope stören den Anwender insbesondere durch die zu großen und eher schweren Handgriffe und beide Systemansätze schränken durch die elektronischen Kabel zwischen Endoskop und Steuergerät im OP die Bewegungsfreiheit des Operateurs ein.

Unser Forschungsprojekt „MiniLiVE“, eine Kooperation der Hochschule Furtwangen, der Kiehn Engineering Services GmbH und der EMOS Technology GmbH, erforscht eine miniaturisierte Licht- und Video-Einheit für die drahtlose Videoübertragung. Es werden dabei die folgenden Themen adressiert: Kabellosigkeit, Endoskop-Miniaturisierung und Netzwerkfähigkeit.

Der Vortrag berichtet über die Herausforderungen, die sich das Forschungsteam bei der Umsetzung dieses Systems stellt: Integration der miniaturisierten Video-Sensoreinheit in die Endoskop-Spitze, Batteriesysteme inkl. Ladestrategie zur Stromversorgung der LED-Lichtquelle und Elektronik, die sich im Endoskop-Handgriff befinden, Adressierung der Wärmeentwicklung, flüssige, energiesparsame und latenzarme Kodierung der Videodaten, robuste drahtlose Übertragung des Videodatenstroms und unter zahlreichen Aspekten geeignete Software-Entwicklungen für die Empfangsstation, sowie ein den neuen Gegebenheiten angepasstes Nutzungsszenario zur optimierten Gebrauchstauglichkeit.

Was lernen die Zuhörer in dem Vortrag:

  • Einblick in einen aktuellen Trend der Endoskope: kabellose Videoendoskopie
  • Welche Einsatzbereiche gibt es für das kabellose Videoendoskop?
  • Herausforderungen für miniaturisierte, akkubetriebene digitale Systeme in der Medizintechnik und Strategien, diese zu bewältigen.
  • Wie kann Software-Entwicklung für Medizingeräte mit Blick auf Integration und Anbindung an andere Medizingeräte oder Verwaltungssoftware wie Krankenhausinformationssysteme funktionieren?

 

Referenten: Horim Bae und Prof. Dr. Mike Fornefett, Hochschule Furtwangen

Herr Bae arbeitet seit 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Herrn Prof. Dr. Fornefett an der Hochschule Furtwangen auf dem Campus Tuttlingen für das Forschungsprojekt „MiniLiVE“. Er hat Erfahrungen in der Softwareentwicklung und Bildverarbeitung und absolvierte ein Praktikum bei Carl Zeiss.

Prof. Dr. Mike Fornefett arbeitete als Krankenpfleger, Wissenschaftler und Entwicklungsleiter für diagnostische Medizingeräte. Seit 2014 ist er als Professor für medizinische Gerätetechnik an die Hochschule Furtwangen, Campus Tuttlingen berufen. Dort bringt er jungen Leuten die Medizintechnik in sechs Feldern näher: Medizinische Produktzulassung, Entwicklungsprozesse, medizinische Gerätetechnik, Biosignalerfassung und -verarbeitung, medizinische Softwareentwicklung und Bildverarbeitung.

Wenn neben der Hochschullehre Zeit ist, arbeitet er mit Nachwuchswissenschaftlern an aktuellen, anwendungsorientierten Forschungsthemen rund um Zulassung, Entwicklungswerkzeuge, Bildverarbeitung, Software und Biosignalableitung und -übertragung.

 

Key Facts

Themengebiet: Digitalisierung in der Medizintechnik

Zielgruppe: Endoskopie-Interessierte, Forscher, Produktentwickler, Produktmanager, Produktstrategen, Ärzte

Anspruch: Einsteiger

Schlüsselwörter: Digitale Video-Endoskopie, Endoskop-Miniaturisierung, Videostreaming

Datum und Uhrzeit: 10. Mai 2022, 18 Uhr 00 bis 18 Uhr 45

Raum: Wien/Athen

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